Das Jonglieren ist Bewegungskunst und damit Teil der Artistik. Traditionell wird das Jonglieren im Zirkus oder in Varietes ausgeübt. Gemeint ist mit dem Jonglieren die Fähigkeit, mehrere Gegenstände durch geschickte Technik in die Luft zu werfen und zu fangen, ohne diese dabei fallen zu lassen. Es kann mit allen erdenklichen Gegenständen jongliert werden.
Das Jonglieren ist eine Fertigkeit, die von den Menschen zu allen Zeiten und vermutlich schon vor den ersten Aufzeichnungen erprobt wurde. Einer der ältesten Jonglier-Gegenstände, das Diabolo, wurde von den Chinesen erfunden. Auch auf antiken griechischen Terrakotta Scheiben finden sich Darstellungen von Jo-Jo spielenden Jungen. Die älteste Darstellung von Jongleuren ist ein Bild, welches in Ägypten gefunden wurde. Es ist aus einer Zeit um etwa 1794–1781 v. Chr. und zeigt vier jonglierende Frauen.
Im Mittelalter fallen Jongleure bei der Kirche und ihren Klerikern in Ungnade. Ihnen wird ein „lose Moral“ unterstellt; manchmal sogar Hexerei. Die Zeiten der amüsanten und kurzweiligen Auftritte schien vorbei. Der Hut, der am Ende jeder Vorstellung rumging, blieb leer. Jongleure wurden nicht ganz ohne Grund mit Vorsicht und Argwohn behandelt, übten sich doch viele Trickbetrüger, Diebe und Landstreicher in der Jonglierkunst. Oft wurden sie daher als Diebe oder Taugenichtse abgestempelt.
In den Anfängen der Industrialisierung verliert sich dieser Argwohn jedoch, und mit Gründung des ersten modernen Zirkus 1768, erhalten die Jongleure eine Plattform die oft und gern von vielen Menschen besucht wird. Ab da an ist der Jongleur ein professioneller und anerkannter Beruf. Allerdings verlor die Kleinkunst durch die Verbreitung der großen Unterhaltungsmedien wie TV und Radio wieder drastisch an Bedeutung.