Die Geschichte der Kirmes

Der Begriff Kirmes leitet sich vom mitteldeutschem Wort Kirchmess ab.Im übertragenen Sinn entspricht es dem Kirchweihfest, ein sogenanntes Patronatsfest der Kirche des Ortes, bei dem der Schutzpatrone der jeweiligen Kirche gedacht wird. Neben dem Erntedankfest haben die heutigen Volksfeste im Spätsommer hierin oftmals ihren Ursprung.

Wie oben schon angedeutet, entwickelten sich aus der Kirmes immer häufiger Jahrmärkte und auch Volksfeste. Im Mittelalter gehörten die Jahrmärkte mit zu den wichtigsten Geschehnissen in den politisch autark werdenden Städten. Das Recht, einen Jahrmarkt abzuhalten wurde oftmals vom Kaiser, dem König, dem Grafen oder sonstigen Adeln an einen Ort verliehen.

Ökonomisch gesehen war der Jahrmarkt wichtig, da er nicht nur von den regionalen Bauern mit Vieh und landwirtschaftlichen Erzeugnissen und den örtlichen Händlern besetzt , sondern auch von überregionalen Kaufleuten besucht wurde und dadurch den örtlich Ansässigen eine Absatzchance ermöglichte. Der Geldumlauf erhöhte sich und die Verbreitung einer regional gültigen Währung setzte ein.

Da die Touristen länger in der Stadt blieben und sich in Wirtshäusern und Herbergen niederließen, zirkulierte der Geldfluss umso mehr. Auch soziale Funktionen erfüllte der Jahrmarkt: Auf ihm wurden Neuigkeiten und Geschichten aus entfernten städten und Regionen ausgetauscht, wodurch die Weltkenntnis seiner Besucher erweitert wurde.

Zu den Jahrmärkten reisten wie heute auch häufig Schausteller des Fahrenden Volkes an: Feuerartisten, Jongleure, Alleinunterhalter, Artisten, Tänzer, Clowns, Pantomime. Ein Jahrmarkt ist somit auch eine optimale Gelegenheit, sich zu Vergnügungen und den diversen Programmen der darbietenden Künstler beizuwohnen. Wir wollen hier einmal die wichtigsten Alleinunterhalter, Artisten und Darsteller einer Kirmes auflisten und erläutern.